Amann Studios ™

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Tonstudio – Christoph Amann

live recording session #148

Saturday, 15.01.11

AUSSICHT AUF AUSSICHT
text.musik.1

Angelina ERTEL – Querflöte, Stimme

Clementine GASSER – Violoncello

Christian KATT – Stimme

Martin KRATOCHWIL – electronics

Birgit SCHWANER – Stimme


Am Anfang stand die Idee von Christian Katt: Ein gemeinsamer Text, eine Art poetischer Dialog, in wechselnder Reaktion auf – und Korrespondenz miteinander,  zu dem er Birgit Schwaner einlud. Als thematische Initialzündung diente ein Dokumentarfilm über einen afrikanischen Fluss, an dessen gegenüberliegenden Ufern zwei verschiedene Hominidenpopulationen mit grundlegend verschiedenen Verhaltensweisen leben. Sie könn(t)en einander zwar optisch wahrnehmen, aber aufgrund der Breite und der Strömung des Flusses und mangels Schwimmvermögen und -willen keinen Kontakt aufnehmen. Von diesem Bild ausgehend begannen Katt und Schwaner zu schreiben, ihre Textfragmente auszutauschen, zusammenzusetzen und immer wieder aufeinander abzustimmen, Zeile für Zeile.

Ausgangspunkte sind Ufer: Die „einsame“ Tätigkeit des Schreibens, die scheinbare Unmöglichkeit, einen Text „gemeinsam“ zu verfassen. Der Versuch, das (paradoxe) Experiment: Das Überqueren der Datenleitungen, das Ziehen vom Verständnis zum Verstehen hin, so das möglich wird oder würde oder ist: Verständigung zunächst, als Grundvoraussetzung: von einem Ufer zu einem anderen: schlussendlich: vom Gutturallaut zum Daten“Highway“, oder wieder retour: Verstehen: Lost oder found.

Das vom Lyriker und bildenden Künstler Katt entworfene Konzept gibt auch grafisch eine besondere Form vor: Die einzelnen Textpassagen werden rechts und links von – auf jeder Seite als senkrechte Mittelachse fungierenden – Doppelpunkten angeordnet. Der mittige Doppelpunkt in jeder Zeile grenzt (als Durchlässigkeitszeichen) also auch die „Rede“-Teile Schwaners und Katts voneinander ab. Was wiederum verschiedene Lesarten ermöglicht: Zeile für Zeile als dialogischer Gemeinschaftstext; oder zweispaltig, d. h. entweder nur rechts oder/und nur links der mittigen Doppelpunkte. Denn der Text ist so konzipiert, dass man derart die Beiträge Katts und Schwaners jeweils am Stück, als Block, lesen kann (Wobei ein einmaliger Seiten- bzw. „Spalten-“-Tausch sogar noch eine weitere Lesart zuließe: die linke Spalte als zweigeteilt in den Text erst Katts und dann Schwaners, die rechte vice versa, beginnend mit Schwaner und endend mit Katt; eine Ausnahme bilden nur Anfang und Ende des Textes, beides verfasste Christian Katt).

Am 15.1. 2011 wird „Aussicht auf Aussicht“ in Zusammenarbeit mit der Querflötistin Angelina Ertel, der Cellistin Clementine Gasser und dem Komponisten Martin Kratochwil erstmals akustisch/musikalisch umgesetzt.

 

www.myspace.com/angelinaertel

www.clementine-gasser.com

www.martinkratochwil.at/

 

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